Familiengottesdienst am 15.3.2020 entfällt - Bischofswort

Die Kirchenvorstände haben am 14.3.2020 beschlossen, dass der Familiengottesdienst am 15.3.2020 entfällt. Wir wollen die Risikogruppen schützen und eine Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamen und unseren Beitrag zu den gesamtgesellschaftichen Bemühungen leisten. Der für 22.3.2020 geplante Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden wird verschoben, ebenso der Reisebericht von Ehepaar Gernert in Wasserberndorf (22.3.2020 abends). Zum jetzigen Zeitpunkt wollen wir am 22.3.2020 einen Predigtgottesdienst um 10 Uhr in Rehweiler feiern, bei dem auf Hygienemaßnahmen geachtet wird. Der Vortrag von Ulla Reck (29..3.2020) und die Exkursion am 10.5.2020 werden ersatzlos gestrichen. Die Gemeindeversammlung in Füttersee (1.4.2020) wird verschoben. Der Gesellige Nachmittag am 2.4.2020 entfällt. Die Abendmahlsfeiern in der Karwoche und zu Ostern werden nur mit Hostien gefeiert und mit desinfizierten Händen gereicht; auf den Kelch wird verzichtet. Christus ist auch im Brot ganz gegenwärtig. Den Kelch lassen wir auf dem Altar stehen. Bei Gottesdiensten verzichten wir auf ein Handgeben und halten etwas Abstand und halten uns an Hygienevorschriften.

Landesbischof ruft evangelische Christen zu Vertrauen, Liebe und Besonnenheit auf

Kanzelabkündigung wird am Sonntag in allen evangelischen Gemeinden verlesen

Mit der Bitte, in der aktuellen Situation nicht aus Angst, sondern aus dem Vertrauen zu leben, wendet sich der bayerische evangelische Landesbischof an alle evangelischen Christen in Bayern. In einer Kanzelabkündigung, die am Sonntag in allen Kirchengemeinden verlesen werden soll, schreibt der Bischof:

Kanzelabkündigung für Sonntag 15. März 2020

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2.Timotheus 1,7). Liebe und Besonnenheit – was heißt das für unser Handeln gegen die Ausbreitung des Coronavirus?

Viele von uns müssen gegenwärtig schwierige und teilweise schmerzliche Entscheidungen treffen. Welche Veranstaltungen können stattfinden? Welche müssen wir absagen? Wieviel Vorsicht ist in unseren persönlichen Beziehungen im Umgang mit andren Menschen geboten? Können wir überhaupt noch jemanden körperlich berühren? Und gerade wenn es auch um andere Menschen geht: Wie können wir das richtige Maß zwischen zuversichtlicher Gelassenheit und Leichtsinn finden?

Sie haben es vermutlich in der Presse gelesen: wir haben die konstituierende Tagung der neuen Landessynode vom 22.-26. März in Bayreuth schweren Herzens bis auf Weiteres verschoben. Mit dieser Entscheidung beteiligen wir uns an den allgemeinen Präventionsbemühungen gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus. Auch andere kirchliche Veranstaltungen und große Gottesdienste müssen abgesagt werden. Auch bei Ihnen in den Gemeinden werden die damit verbundenen schwierigen Abwägungen zu treffen sein.

Auch in unserem persönlichen Verhalten brauchen wir die Kraft, Liebe und Besonnenheit, von der Paulus spricht. Die Liebe drängt nach der Umarmung oder zumindest dem Handschlag. Die Besonnenheit lässt uns das freundliche Zunicken vorziehen – oder auch den Stups mit dem Ellenbogen als neue Form der Begrüßung.

Die Liebe zeigt uns aber ganz bestimmt den richtigen Weg. Die Liebe sagt: Rücksicht auf andere ist wichtiger als die eigene Gelassenheit.

Wenn wir jetzt unerwartet mehr Zeit haben durch abgesagte Veranstaltungen oder weil wir zuhause bleiben müssen, dann können wir sie nutzen für Besinnung, Gebet, Psalmenmeditation, Auftanken und Gemeinschaft mit lieben Menschen.

Wir denken an die Menschen, die gesundheitlich mit den Folgen des Virus kämpfen. Wir denken auch an die Menschen, die spürbar unter den wirtschaftlichen Konsequenzen des Virus zu leiden haben. Menschen haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Geschäftsleute bangen um das wirtschaftliche Überleben.

Für sie alle und für uns selbst wollen wir beten: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Als Christen leben wir nicht aus der Angst, sondern aus dem Vertrauen. Bei allem was jetzt an Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen ist, wissen wir: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Das ist die beste Voraussetzung, jetzt das Richtige zu tun, um Gefahren für die Zukunft zu vermeiden und gleichzeitig tief in der Seele zu spüren: Gott ist bei uns jeden Tag. Auf ihn vertrauen wir, egal, was kommt.

 

 

München, 13. März 2020
Johannes Minkus, Pressesprecher