Herbsttagung der Landessynode in Amberg beendet

Haushalt für 2026 verabschiedet, neuer Landesstellenplan auf den Weg gebracht und Verwaltungsreform eingeleitet
Mit zahlreichen Beschlüssen ist heute die Herbsttagung der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) in Amberg zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt der Beratungen der 108 Synodalen stand der Haushalt der Landeskirche für 2026, er wurde mit Erträgen in Höhe von 967,1 Mio. Euro und Aufwendungen in Höhe von 959 Mio. Euro beschlossen. Mehr als die Hälfte der Mittel sind für das kirchliche Leben vor Ort bestimmt.  
 
Neue Landesstellenplanung: Mehr Gestaltungsspielräume vor Ort
Mehr gestalterische Freiheiten für die Regionen bringt die neue Landesstellenplanung, für die die Synode erste Eckpunkte beschlossen hat. Sie wird in den Jahren 2027 bis 2034 umgesetzt. 
Künftig können die Dekanatsbezirke entscheiden, auf welche Aufgabengebiete sie die ihnen zugewiesenen Stellenkontingente verteilen. Die Gesamtzahl der Stellen wird den sinkenden Mitgliederzahlen angepasst. Das bedeutet eine Reduktion um 25 Prozent der Stellen bis zum Jahr 2035 mit einer Deckelung von 35 Prozent, damit Dekanate funktionsfähig bleiben. Die Stellenanpassung wird hauptsächlich durch die natürliche Fluktuation der Mitarbeitenden in den nächsten Jahren erreicht. 
5 Prozent des Stellenkontingents in den Dekanaten kann für den Einsatz von „nichtkirchlichen“ Berufsgruppen verwendet werden. Dekanatsbezirke erhalten dadurch mehr Flexibilität, um insbesondere Personal für Verwaltungsaufgaben anzustellen. Durch die Kooperation von Kirchengemeinden in Regionalgemeinden und die Zusammenarbeit aller kirchlichen Berufsgruppen in Teams soll in Zukunft kirchliche Arbeit auch bei abnehmenden Zahlen lebendig und kraftvoll gestaltet werden. In den künftigen multiprofessionellen Teams ergänzen, stärken und entlasten die Mitarbeitenden einander mit ihren Qualifikationen und Kompetenzen. 
Dekaninnen und Dekane werden künftig nicht mehr auf Gemeindestellen eingesetzt, sondern sollen sich auf die Leitungsfunktion innerhalb des Dekanatsbezirk konzentrieren. Intensive Veränderungsprozesse werden ihre ganze Konzentration brauchen.
Neu eingerichtet werden fünf Stellen für die Social-Media-Arbeit. Die Zahl der Kirchenmusikerinnen und -musiker wird nicht reduziert. 
 
Drei Kirchenkreise fusionieren zu neuem Kirchenkreis „Franken“
Die drei Kirchenkreise Ansbach-Würzburg, Nürnberg und Bayreuth werden ab 2027 zu einem Kirchenkreis „Franken“ zusammengeschlossen. Nach der vor einem Jahr beschlossenen Zusammenlegung der ehemals drei südlichen Kirchenkreise zum Kirchenkreis „Schwaben-Altbayern“ hat die Synode damit auch die Weichen zu einer Strukturanpassung im Norden gestellt. Damit reduziert sich die Zahl der Kirchenkreise von ehemals sechs auf zwei. Der neue Kirchenkreis soll ebenfalls von zwei Regionalbischöfinnen oder -bischöfen im Tandem geleitet werden. Eine Leitungsstelle entfällt. Der neue Kirchenkreis Franken entspricht nahezu flächendeckend den bayerischen Regierungsbezirken Unter-, Mittel- und Oberfranken. 
 
Sexualisierte Gewalt: Fortschritte in der Prävention, Anerkennungsverfahren nach EKD-Vorgaben 
Die Synode befasste sich auch mit der Prävention sexualisierter Gewalt. Seit 2020 werden bayernweit für alle hauptamtlichen Mitarbeitenden Schulungen durchgeführt. Bis jetzt sind 475 Schutzkonzepte erstellt worden, monatlich kommen 100 bis 150 hinzu. Vorgestellt wurde auch ein Schutzkonzept für die Kirchenleitung. Es formuliert verbindliche Standards, schafft Klarheit über Zuständigkeiten und gibt konkrete Handlungsschritte vor. Das Konzept gilt auch für das Landeskirchenamt, seine Dienststellen und die Beauftragten der Landeskirche. 
Das Anerkennungsverfahren in der bayerischen Landeskirche und Diakonie wird ab 2026 nach den neuen Vorgaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erfolgen. Damit wird z.B. die bisher geltende Begrenzung bei den Anerkennungsleistungen auf 50.000 Euro aufgehoben, auch können Personen, die bereits Anerkennungsleistungen erhalten haben, eine Überprüfung nach den neuen Vorgaben beantragen. Seit 2015 sind in bayerischer Landeskirche und Diakonie 2,5 Mio. Euro als Anerkennungsleistungen an Betroffene ausgezahlt worden. 
 
Schlankere und effektivere Verwaltung in der Fläche
Die Synode hat auch eine Reform der Verwaltung in der Fläche beschlossen. Die bisher bestehenden zwölf Verwaltungsverbünde mit 34 Verwaltungseinrichtungen sollen ab 2027 zu acht Regionalverwaltungen zusammenwachsen, die alle nach einheitlichen Standards arbeiten. Die Verwaltung wird dadurch schlanker und effektiver. Darüber hinaus soll das kirchliche Meldewesen ab 2027 stufenweise in einem Kompetenzzentrum zentral zusammengeführt werden.   
 
Projekt Evangelischer Campus Nürnberg auf der Zielgeraden
Die Synode informierte sich auch über den Stand des Projekts „Evangelischer Campus Nürnberg“ (ECN). 2020 hatte die Synode beschlossen, das Gebäude der ehemaligen Oberpostdirektion zu modernisieren und zu einem kirchlichen Ort für Begegnung, Bildung und Wissen zu entwickeln. Unter anderem werden die Evangelische Hochschule Nürnberg und die Wirkstatt evangelisch dort einziehen. Die Fertigstellung ist auf der Zielgeraden, im Sommer 2026 soll der Umbau abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten inklusive der Kosten für den Erwerb belaufen sich auf 222 Mio. Euro. 
 
Im Dezember Wahl der neuen Landessynode
Das war die letzte Tagung dieser Legislaturperiode. Am 7. Dezember wird eine neue Landessynode gewählt. Sie tritt zu ihrer konstituierenden Tagung vom 22. bis 26. März 2026 in Bayreuth zusammen. 
 
Amberg/München, 26. November 2025
Christine Büttner
Pressesprecherin